Vier Jahre Tesla

Am 6. März 2025 jährte sich zum vierten Mal der Tag, an dem ich mein Tesla Model 3 Long Range AWD abgeholt habe. Das nehme ich zum Anlass, einen kleinen Rückblick auf meine ersten vier Jahre als Fahrer eines Elektroautos zu geben – und ein persönliches Fazit zu ziehen.

Ein bisschen Experiment war es schon, sich als fünfköpfige Familie ein Model 3 zuzulegen. Aber wie das folgende Foto zeigt, kann man damit problemlos zwei Wochen Urlaub in Kroatien machen. Dank Dachbox klappt sogar ein Skiurlaub mit fünf Skiausrüstungen und vier Snowboards. Insgesamt habe ich mittlerweile über 110.000 km mit meinem Model 3 zurückgelegt.

Elekotro vs. Verbrenner

Eines vorweg: Ich war schon vor über vier Jahren überzeugt, dass batteriebetriebene Elektroautos die Zukunft der Mobilität sind – und bin es heute mehr denn je.

Vor meiner Zeit als Softwareentwickler habe ich eine HTL für Maschinenbau besucht und dabei einiges über Verbrennungs- und Elektromotoren gelernt. Allein aus technischer Sicht weiß ich, wie viel einfacher ein Elektromotor im Vergleich zu einem Verbrenner aufgebaut ist. Und einfacher bedeutet in diesem Fall besser: weniger Teile, weniger Fehlerquellen, weniger Wartung.

Dass die direkte Speicherung von Energie in Batterien allen anderen Formen wie Benzin, Diesel, eFuels, Brennstoffzelle oder Wasserstoff überlegen ist – sowohl hinsichtlich Effizienz als auch Verlusten – wurde mittlerweile in zahlreichen Studien bestätigt.

Für mich funktioniert Elektromobilität perfekt, weil ich das Glück habe, in einem Einfamilienhaus am Land zu leben und eine eigene Wallbox installieren konnte. Ich weiß, dass das in der Stadt oder in einer Wohnung weniger einfach ist. Aber für mich bedeutet es: Ich steige morgens in ein vollständig geladenes Auto und muss mir keine Gedanken darüber machen, wann oder wo ich lade – das ist ein enormer Komfortgewinn.

Rund 90 % lade ich zuhause, den Rest unterwegs, meist an Tesla Superchargern. Dank variablem Stromtarif bei Awattar und eigener Photovoltaikanlage ist das Laden zuhause sehr günstig. Auch wenn die PV-Anlage mal weniger liefert, lässt sich durch intelligentes Verschieben der Ladezeiten in günstigere Stunden der durchschnittliche Strompreis niedrig halten.

Und die Supercharger? Die machen das Thema Routenplanung zum Selbstläufer. Ich kann jederzeit losfahren – das Auto wählt automatisch die passenden Ladestationen. Keine Gedanken über Ladekarten, keine Sorge, ob die Station funktioniert oder frei ist – das weiß mein Auto einfach.

Das bringt mich auch schon zum nächstem Punkt, der für mich wichtigste:

Software (Updates)

Die Software ist für mich der entscheidende Grund, warum ich Tesla so großartig finde. Nicht nur die extrem flüssige Bedienoberfläche auf dem großen Touchscreen überzeugt. Auch die iPhone- und Apple-Watch-Apps sind hervorragend.

Dazu kommen regelmäßige Over-the-Air-Updates mit neuen Funktionen. Hier eine Liste der wichtigsten Features, die ich seit dem Kauf kostenlos erhalten habe:

Besonders hervorheben muss ich Adaptive Headlights, also “Matrixlicht”. Ich bin jedes Mal aufs Neue fasziniert, wie gut das gezielte Ausblenden anderer Fahrzeuge funktioniert, während der Rest der Straße perfekt ausgeleuchtet bleibt – und das, obwohl ich beim Kauf gar nicht wusste, dass meine Scheinwerfer dazu fähig sind.

Bei meinem vorherigen Auto (einem VW Sharan) war Apple CarPlay das wichtigste Auswahlkriterium. Tesla unterstützt leider kein CarPlay, aber Apple Music, Apple Podcasts und die Integration des Kalenders machen das mehr als wett. Wie schon erwähnt: Die Navigation von Tesla funktioniert inklusive Ladeplanung so gut, dass ich Apple Maps keine Chance mehr geben würde – vor allem, wenn man den Zustand der Ladedaten dort vergleicht.

Service

Dass es bei Tesla keine verpflichtenden Servicetermine gibt, finde ich super – das spart im Vergleich zu den regelmäßigen Services bei meinen bisherigen BMW- oder VW-Fahrzeugen eine Menge Geld. Wirkliche Verschleißteile gibt es kaum – vor allem die Bremsen halten lange, da das meiste über Rekuperation abgebremst wird. Das sogenannte “One-Pedal-Driving” liebe ich ebenfalls sehr – und die Effizienz durch Rückgewinnung der Energie ist einfach genial.

Bei kleineren Reparaturen (z. B. Austausch der Kennzeichenhalterung nach einem kleinen Unfall oder Ersatz der Tasten zur Sitzverstellung, weil ich beim Beladen der Dachbox draufgestiegen bin) ist der mobile Ranger-Service genial: Man macht ein Foto des Schadens in der Tesla-App, wählt Standort und Termin – und der Ranger kommt ins Carport oder in die Garage und erledigt die Reparatur vor Ort.

Einmal musste ich mein Model 3 für zwei Tage ins Servicecenter bringen – die Querlenker wurden auf Garantie getauscht. Auch hier war das Handling über die App großartig: Am Tag des Termins gibt man das Auto per App für den Service frei. Der vereinbarte Leihwagen erscheint in der App, inklusive Standort. Man geht einfach hin, entsperrt ihn über die App, das Fahrerprofil wird übernommen – und beim Einsteigen sind alle Einstellungen (Sitz, Lenkrad, Spiegel, Apple Music, Navigation usw.) bereits synchronisiert. Man kann seine Route im Navi direkt fortsetzen und den Song weiterhören, der gerade noch im eigenen Auto lief. 🤯

Fazit

Ich bin wirklich sehr glücklich mit meinem Tesla Model 3. Für größere Familienausflüge wäre ein Model Y praktischer – und würde ich jetzt ein neues Auto kaufen, wäre es ziemlich sicher ein Model Y. Vom Design her gefällt mir das Model 3 aber nach wie vor besser. Und aktuell gibt es kein anderes Auto, gegen das ich mein Model 3 eintauschen würde.

Neue Fahrzeuge, die keine reinen Elektroautos sind, interessieren mich überhaupt nicht mehr. Und auch unter den E-Autos anderer Hersteller hat mich bislang keines wirklich gereizt.

Tesla bietet für mich die perfekte Kombination aus genialer Software, hoher Effizienz und dem unschlagbaren Supercharger-Netzwerk – und alles andere käme mir wie ein großer Rückschritt vor.